Post aus Kettville
Die Stadt am Fluss
Eine Audio-Serie über die Kleinstadt, die man nie ganz verlässt – erzählt als Spaziergang durch Kettwig, zwischen Fachwerk, Kirchturm und der Ruhr.
Erzählt von Carola Hoffmeister · Essen-Kettwig
Die Auftaktfolge von „Post aus Kettville" führt durch die Altstadt bis zur Ruhr, durch Erinnerungen an früher und an die Tuchmachertradition des Ortes. Es gibt zwei Fassungen: Die Tagfassung endet in einem Autogenen Training, die Nachtfassung in einer Tiefschlafhypnose.
Für alle, die Kettwig kennen, und für alle, die tagsüber zur Ruhe kommen, abschalten und sich eine kleine Pause gönnen möchten.
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Ein Rundgang durch die Innenstadt
Kettville hat eine kleine, alte Innenstadt mit krummen Fachwerkhäusern und Kopfsteinpflaster, die sich zum Fluss hinabschachteln. Über ihr thront die Marktkirche.
Dort bin ich konfirmiert worden, zusammen mit meiner besten Freundin aus der Grundschulzeit, die ich am längsten kenne und die heute noch in Kettville lebt.
Bis heute gehe ich jedes Jahr an Weihnachten dorthin, zum Kindergottesdienst, mit meiner Tochter, meinem Mann und manchmal auch meiner Mutter. Dann ist die Kirche so voll, dass die Menschen nicht nur unten in den Bänken sitzen, sondern auch oben auf den hölzernen Emporen stehen.
Es ist derselbe Ort, an dem ich als Jugendliche war. Und doch ist natürlich vieles anders. Neben mir ein Kind, ich habe ein anderes Leben mit Erinnerungen an Dinge, die damals noch gar nicht passiert waren.
Das ist wohl das Seltsame an Orten, zu denen man zurückkehrt. Sie bleiben stehen, während man selbst weitergeht. Obwohl sich auch viel in Kettville verändert hat. Plötzlich ist da ein Café mit Matcha und Lotus-Cheesecake, ein paar Meter weiter eine angesagte Werkstatt zum Töpfern.
Von der Kirche aus führen mehrere Wege hinunter zur Ruhr, einer über sehr viele alte Steintreppen. Wie oft ich sie in meinem Leben schon hinuntergegangen bin, weiß ich nicht. Sehr oft jedenfalls.
Früher stand dort ein Nachtwächter, eine dunkle Metallsilhouette mit einer Öllampe in der Hand. Ist er eigentlich immer noch da? Ich kann es aus dem Gedächtnis gar nicht genau sagen.
„Den Nachtwächter an der Kirchtreppe gibt's noch."
Aber die Treppen gibt es selbstverständlich. Und die Fachwerkhäuser mit ihren schönen Holztüren. Wenn ich langsam hinuntergehe, frage ich mich manchmal, wie es wohl dahinter aussieht …
Was es mit der Stockrose an der Hauswand, der Kneipe von früher und dem Mühlengraben auf sich hat erzählt die Folge.
„Schon als ich deine Stimme hörte, wurde mein Körper ruhiger."
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Die ganze Geschichte – als Tagfassung mit Autogenem Training oder als Nachtfassung mit Tiefschlafhypnose. Teil von „Entspannung wirkt" mit Carola Hoffmeister.
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