Der geheime Garten
Es gibt Orte, die warten nur darauf, dass man sie wieder betritt.
Es gibt Orte, die warten nur darauf, dass man sie wieder betritt. Einer dieser Orte ist in meiner Vorstellung der geheime Garten.
Die erste Traumreise, die ich im Frühling 2020 schrieb, führte in einen solchen Garten – er befindet sich hinter einer verwitterten Mauer und einer alten Eichentür im Wald, die sich langsam öffnet.
Damals wusste ich nicht, warum dieses Bild der Tür und des Gartens mich so sehr anzog. Erst später fiel mir wieder ein, woher es stammte: aus einem Buch meiner Kindheit.
Der geheime Garten stammt von der britischen Autorin Frances Hodgson Burnett, die auch Little Lord Fauntleroy geschrieben hat. Der Roman erzählt von Mary, die nach dem Tod ihrer Eltern auf dem Gut des Onkels in England aufwächst. Im Haus gibt es keinerlei Spielsachen, und so ist Mary immer draußen – im Garten des Onkels.
Eines Tages entdeckt sie ein verschlossenes und überwuchertes Tor in einer Mauer. Sie ist neugierig und öffnet es – und erhält damit Eintritt auf das kleine Stück Land, das der Onkel mit seiner Frau angelegt hatte, und das nach ihrem Tod verwilderte.
Mary liebt den Garten, einen Ort voller unentdeckter Plätze und Geheimnisse. Mit zwei Freunden kümmert sie sich um ihn – und haucht ihm dadurch neues Leben ein.
Die Sonne scheint, die Blumen wachsen, die Wurzeln strecken sich – das ist der Zauber.
Leben und stark sein, das ist der Zauber, er ist in mir, er ist in uns allen.
Der Garten ist kein Ort.
Er ist ein innerer Zustand.