Angst, Atem, Alltag
Sehr persönliche Nachrichten an meine Mitglieder. Um eine sehr konkrete Angst: die Angst vor der Vorsorge.
Neulich ließ ich ein Organ spiegeln. Obwohl die Untersuchung nur der Vorsorge diente, war sie plötzlich da. Diese leise, aber eindringliche Frage: Was, wenn danach eine schlechte Nachricht kommt?
Zuerst machte ich mich verrückt. Dann erinnerte ich mich an etwas, das mich schon oft begleitet hat: meine Fähigkeit zur Selbsthypnose. Mich an einen inneren Ort zu träumen, hat mir schon in ganz unterschiedlichen Situationen geholfen – im MRT ebenso wie im Mad House im Phantasialand. Momente, in denen ich mich eingesperrt fühlte.
Ich atmete tief durch. Und Stück für Stück ließ die Angst nach.
Am Morgen der Untersuchung machte ich mich im Bad so hübsch zurecht, als ginge ich auf eine Party.
Gleichzeitig stellte ich mir Fragen, die mir wichtig sind: Was würde ich bereuen, wenn die Nachricht schlecht wäre? Welche ungelebten Träume würden fehlen?
Dabei dachte ich an einen Herbstabend vor vielen Jahren. Der Himmel senkte sich blau über den Bürgersteig. Vogelbeeren zitterten an den Zweigen. Es gab Baumstammmarzipan und Krabat.
Ich nickte.
Ich hatte von diesem November zu Hause geträumt.
Davon möchte ich noch mehr.