Britta Becker-Kerner
Als Leistungssportlerin trainierte sie bis zu dreimal am Tag, selbst im Urlaub. Heute bleibt Britta Becker-Kerner gern lange auf und liebt trotzdem die frühen Morgenstunden.
Text: Carola Hoffmeister
Vor zwei Jahren wurde ich gefragt, ob ich Britta Becker-Kerner für das Stiftermagazin der Haspa Hamburg Stiftung interviewen möchte. Gemeinsam mit ihrem früheren Mann, dem Fernsehmoderator Johannes B. Kerner, und ihren Kindern hat sie die Becker-Kerner-Stiftung gegründet, die Kinder und Jugendliche in Sport und Kultur unterstützt.
Natürlich sagte ich sofort zu. Damals kannte ich Britta nur aus den Medien und wusste, dass sie eine der erfolgreichsten Hockeyspielerinnen Deutschlands war.
Sie begann mit acht Jahren, Hockey zu spielen, bestritt 231 Länderspiele für Deutschland und nahm dreimal an Olympischen Spielen teil. Ihr größter Erfolg war die Silbermedaille 1992 in Barcelona. Dazu kommen elf deutsche Meistertitel und vierzehn Europapokalsiege bei den Damen. Heute ist sie Unternehmerin, Interior Designerin und Mutter von vier Kindern.
Der Austausch mit Britta war so nett, dass ich sie anschließend fragte, ob sie Lust hätte, sich noch einmal mit mir zu unterhalten. Diesmal sollte es um sie selbst gehen.
Sie hatte Lust. Unser Gespräch für „Entspannung wirkt Women“ kannst du hier hören.
Jetzt hat sie mir die drei Fragen zur Ruhe beantwortet.
Drei Fragen zur Ruhe
Wie und womit entspannst du am liebsten?
Am liebsten draußen in der Natur, an der frischen Luft, im Licht und in Bewegung. Mir tut es gut, mit meinem Hund spazieren zu gehen und generell „draußen“ zu sein.
Und ich entspanne bei kreativen Projekten. Das ist ein interessanter Kreislauf: Ich bin besonders kreativ, wenn ich entspannt bin. Und wenn ich kreativ bin, entspannt mich das wiederum.
Wie hat sich dein Verhältnis zur Entspannung im Laufe deines Lebens verändert?
Als Leistungssportlerin habe ich bis zu dreimal am Tag trainiert. Ich hatte dabei nie das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Es hat mir einfach wahnsinnig viel Spaß gemacht. Entspannung kannte ich nicht wirklich, und ich dachte auch nicht, dass ich sie brauche.
Selbst im Urlaub musste ich jeden Tag trainieren. Ich konnte das nicht sein lassen. Nichts zu tun fühlte sich für mich an, als wäre ich zu bequem oder zu faul. Dieser Glaubenssatz sitzt bis heute in mir. Denn ich bin jemand, der alles ganz oder gar nicht macht. Inzwischen versuche ich, das ein bisschen zu mischen. Krafttraining mache ich, weil ich weiß, wie wichtig es ist, auch wenn es mir eigentlich nicht so viel Spaß macht wie zum Beispiel einem Ball hinterherzurennen. Und morgens mache ich wieder mehr Yoga.
Ich habe sehr viel Energie und mute mir entsprechend viel zu. Es gab schon Phasen, da habe ich gemerkt, dass auch mein Akku leer war. Ich bemühe mich jetzt, mir die Tage nicht mehr so vollzupacken. Ich glaube, ich muss in meiner jetzigen Lebensphase einfach ein bisschen weiser mit meiner Zeit umgehen.
Was bedeutet guter Schlaf für dich, und was tust du für eine gute Nacht?
Ich bin eher ein Mensch, der lange aufbleibt. Vielleicht liegt das daran, dass wir im Hockey oft spätabends trainiert haben. Danach ist man so voller Adrenalin, dass man nicht sofort schlafen kann. Entweder habe ich das übernommen, oder es entspricht meinem Chronotyp. Dabei brauchte ich als Sportlerin viel Schlaf. Und mit 25 Jahren bekam ich mein erstes Kind und habe weiter Leistungssport gemacht.
Als Mutter muss ich ja sowieso immer früh aufstehen, und ich liebe die frühen Morgenstunden. Eine Zeit lang bin ich um fünf Uhr aufgestanden, um Sport zu machen und mehr Zeit für mein Business zu haben. Um diese Uhrzeit quatscht mich keiner an, da schickt mir noch niemand eine WhatsApp oder eine Mail.
Ich habe also Schlaf geskippt und mochte das auch total gerne. Aber so früh aufzustehen funktioniert nur, wenn man abends früh ins Bett geht. Und das kriege ich nicht hin, noch nicht oder vielleicht nicht immer. Ich bin schon viel besser darin geworden, früher ins Bett zu gehen, und ich weiß, dass Schlaf mit das alles Entscheidende ist.
Wenn deine Entspannung ein Raum wäre, wie wäre er eingerichtet?
Der Raum hätte viel Tageslicht und einen weiten Blick ins Grüne. Am Abend könnte man das Licht dimmen und es sich gemütlich machen. Dann wäre ein Kamin toll, ein bequemes Sofa aus einem angenehmen Stoff, mit Platz genug zum Chillen, und davor ein superkuscheliger Teppich auf dem Holzfußboden. Ich liebe Naturmaterialien und sanfte Farben, und eine Pflanze könnte ich mir auch gut vorstellen. Außerdem sollte der Raum Boxen haben, um Musik zu spielen.
Pausen zum Hören
- Hypnose für Glück und Fülle (zum Einschlafen, als Powernap oder zum Tagesbeginn)
- Loslassen und Veränderung: Sanfte Hypnose mit der Feder (Layertechnik)
- Powernap: Atemmeditation (25 Minuten)
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