Manchmal reicht ein Blau

Es gibt Serien, die man schaut, weil etwas passiert. Und es gibt Serien, die man schaut, weil sie verstehen, wie sich ein Lebensgefühl anfühlt. The Four Seasons gehört für mich zur zweiten Kategorie.

Tina Fey, Colman Domingo, Will Forte — langjährige Freundschaften, gemeinsame Reisen, die stillen Verschiebungen der Lebensmitte. Keine Krise im Klischeesinn, kein Motorrad, keine große Geste. Stattdessen das Schwierigere: die Frage, ob das Leben, das wir einmal gewählt haben, sich noch nach uns anfühlt.

Sondern über Blau.

Dieses Blau, das immer wieder auftaucht. In Kates Resortzimmer, in den gestreiften Pullis, in den Hemden. Ein weiches, ozeanisches Blau, das weder kühl noch dekorativ wirkt — als hätte jemand Meerluft in Farbe übersetzt. Irgendwo zwischen Himmel, Küste und einem Sommer, der noch nicht vorbei ist.

Ich musste an Carrie Bradshaws Apartment denken. Ihren Schrank, von Boden bis Decke in Benjamin Moores Soft Jazzgestrichen — diesem weichen Blau, das irgendwie mit all den verrückten Mustern ihrer Garderobe harmonierte. Als hätte jemand entschieden, dass Sehnsucht eine Farbe braucht. Hier auch.

Bis ich ans Meer fahre, schaue ich auf mein blaues Sofa. Ein Tupfen Farbe, über den ich mich jeden Tag freue.

Manchmal reicht das.


The Four Seasons, Staffel 2 — ab 28. Mai 2026 auf Netflix.

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