Pia Eis
Sie ist Gartenbäuerin und Autorin aus dem österreichischen Weinviertel und beschäftigt sich mit Slow Gardening: der Idee, im Garten weniger einzugreifen, mehr zu beobachten und auch einmal nichts zu tun.
Text: Carola Hoffmeister
Als ich im Sommer auf unsere Terrasse blickte und mich fragte, wie das Apfelbäumchen, der Blauregen und die Hortensien die Hitze überstehen, fiel mir Pia, die ich über einen Onlinekurs kennengelernt hatte, mit ihrer Slow-Gardening-Methode ein. Sie sagt nämlich: Lass dich vom Gießplan nicht so stressen. Orientiere dich eher daran, was wo gern wächst.
Ein bisschen hatte ich das schon so gemacht. Zwischen den Ritzen der Terrasse sprießt Schnittlauch, und im ehemaligen Sandkasten meiner Tochter, der heute im Katzengehege steht, wachsen orangefarbene Lilien, so groß wie Menschen.
Ob das passt, fragte ich Pia. „Und wie!“, sagte sie damals. „Schon allein die Tatsache, dass dir das auffällt, ist der erste Schritt. Pflanzen suchen sich oft selbst den besten Standort. Schnittlauch mag es gern karg, perfekt also für Fugen.“
Unser damaliges Gespräch kannst du hier lesen und hören. Jetzt hat Pia mir die drei Fragen zur Ruhe beantwortet.
Drei Fragen zur Ruhe
Wie und womit entspannst du am liebsten?
Am besten draußen in der Natur, bei einem Spaziergang oder auf meiner Wiegeliege im Garten. Morgens, wenn alle außer Haus sind, drehe ich erst einmal eine Runde durch den Garten. Ohne Aufgabe, ohne Werkzeug. Ich schaue, was gerade blüht, wie das Geißblatt duftet oder ob die Lindenknospen schon aufgegangen sind. Diese erste Runde ist für mich wie Luft holen.
Wie hat sich dein Verhältnis zur Entspannung im Laufe deines Lebens verändert?
Ich war Lehrerin, habe später im Marketing gearbeitet und lebe heute auf einem Hof mit Eseln und Pferden. Mein Alltag ist immer noch ziemlich durchgetaktet. Aber ich nutze inzwischen auch die kleinen Pausen bewusst: zehn Minuten auf der Terrasse, allein frühstücken ohne Handy oder nach dem Mittagessen zwanzig Minuten auf meiner Stachelmatte. Auch im Garten versuche ich, weniger zu tun und mehr zu beobachten. Früher habe ich ganz klassisch mit Hecke, Zaun und Rollrasen angefangen. Heute weiß ich, dass nicht alles sofort erledigt werden muss. Manchmal reichen schon fünf Minuten, in denen ich einfach nur dasitze und schaue.
Was bedeutet guter Schlaf für dich, und was tust du für eine gute Nacht?
Guter Schlaf ist mir heilig. Ich habe jeden Abend dieselbe Routine und gehe ziemlich früh ins Bett, spätestens um 21.30 Uhr. Im Schlafzimmer gibt es keinen Fernseher, das Handy bleibt draußen. Und ich mag es zum Schlafen sehr kühl.
Zum Schluss
Wenn deine Entspannung ein Tier wäre, welches wäre es?
Mein schnurrender Kater, der auf meinem Bauch liegt.
Mehr über Pia: gartenbaeuerin.at · Instagram
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